Fachbereich II

Der Fachbereich II umfasst die Fächer Geschichte, Politik und Wirtschaft, Religion, Ethik, Erdkunde und Philosophie und damit im Abitur das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld. Mit dem Fach Philosophie, das in der Oberstufe als Grundkurs unterrichtet wird, sowie mit der bevorzugten und immer gewährleisteten Einrichtung eines Leistungskurses Geschichte trägt der Fachbereich zur Ausbildung des Gesamtprofils der Schule bei. Die Fächer des Fachbereichs II, die der hessischen Pflichtstundenverordnung entsprechend unterrichtet werden, vermitteln neben Kenntnissen und Fertigkeiten auch in besonderem Maße Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit und Handlungsbereitschaft und dienen damit, fußend auf dem Menschenbild, das sich seit der Antike in Europa herausgebildet hat, der Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler. In der Oberstufe äußert sich diese Entwicklung darin – und findet darin ihr Betätigungsfeld –, dass ein breites Kursangebot bei den Grundkursen nicht nur gewährleistet ist, sondern auch in Anspruch genommen wird. Aus dieser Tradition heraus übernehmen unsere Schülerinnen und Schüler auch persönliche Verantwortung und soziales Engagement, was z.B. in der Tansania-AG seinen Niederschlag findet, in der die Partnerschaft mit einer Schule in Tansania gepflegt wird.

In den Fächern des Fachbereichs II wird im Laufe der Schulzeit unseren Schülerinnen und Schülern vermittelt, dass die Gegenwart – ausgehend von der Antike – ein vorläufiges Stadium in der Entwicklung von Generationen und Kulturen ist, das die Möglichkeit zur Selbstbestimmung des Einzelnen im Rahmen seiner gesellschaftlichen Verankerung und damit die Entwicklung demokratischer Handlungskompetenzen ausdrücklich fördert und fordert. Neben diesem historisch-emanzipatorischen Ansatz fühlen sich die Lehrkräfte des Fachbereichs auch dem Wissenschaftsprinzip verpflichtet. Wir wollen eine leistungsorientierte Schülerklientel in Inhalt und Methode heranführen an das wissenschaftlich-kritische Arbeiten und damit an die Arbeitsweisen der Universität. Hierbei wird auf die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und eine bewusste Verwendung sowie Beherrschung der fachspezifischen Terminologie besonderer Wert gelegt.

Das Konzept der Wissenschaftspropädeutik wird durch die im Fachbereich II angesiedelten Konzepte und Maßnahmen zur Studien- und Berufsorientierung fortgeführt. Neben den Betriebspraktika spielt hier die Kooperation mit der Universität Frankfurt eine besondere Rolle, wobei das Lessing-Gymnasium zu den fünf Pionierschulen dieser inzwischen ausgeweiteten Kooperation gehörte. Sie beinhaltet neben dem Besuch von Studienberatungsveranstaltungen der Universität und dem Anlegen eines Schülerportfolios über studien- und berufsorientierende Maßnahmen für besonders geeignete Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zur Aufnahme eines Schülerstudiums schon während der Schulzeit.

Das Einüben von Lern- und Arbeitstechniken gehört zum kompetenzorientierten Konzept der Arbeit im Fachbereich. Im Alltagsgeschehen steht dabei das methodisch korrekte Anfertigen von Präsentationen und Referaten im Vordergrund. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Universität gibt es für die Einführungsphase neuerdings ein besonderes Programm zur Einführung in die Arbeit an den Bibliotheken der Universität. Resultate fächerübergreifenden Lernens werden auch beim alle zwei Jahre stattfindenden Tag der Gesellschaftswissenschaften präsentiert und in der Regel von einem wissenschaftlichen Vortrag begleitet.

Auch beim Fahrtenkonzept des Lessing-Gymnasiums ist der positive Beitrag des Fachbereichs II zum Gesamtprofil der Schule erkennbar: Schon in der Sekundarstufe I bestreiten die Geschichtslehrerinnen und -lehrer in Kooperation mit den Lateinlehrerinnen und -lehrern die eintägige Exkursion nach Trier. Dort gewinnen die Schülerinnen und Schüler Einblick in die Stadtentwicklung von der Antike bis zur Neuzeit. Diese Exkursion ist ebenso in den Unterricht eingebunden wie die Fahrt nach Berlin in der Einführungsphase sowie die Studienfahrt nach Rom und Neapel bzw. nach Griechenland im dritten Halbjahr der Qualifikationsphase. In der Regel ist diese fächerübergreifende, von den Schülerinnen und Schülern auch als Abschluss ihrer schulischen Ausbildung geschätzte Fahrt – vor allem die Italienfahrt – inhaltlich und organisatorisch u.a. im Leistungskurs Geschichte verankert.